Wie der Darm deinen Blutzucker steuert

Wie der Darm deinen Blutzucker steuert

Der Blutzuckerwert (HbA1C) liegt normalerweise nüchtern unterhalb von 5,8 mmol/l. Blutzuckerwerte oberhalb dieser Norm werden als Hyperglykämie bezeichnet und sind Diabetes-verdächtig. Die Empfehlungen des Arztes lauten dann oftmals: mehr Bewegung, kohlenhydratarme Ernährung und Gewichtsabnahme. Die wahren Ursachen liegen aber meistens tiefer. 

Eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes spielt nicht nur der Lebensstil und eine kohlenhydratarme Ernährung, sondern auch Darmstörungen. Wichtige Aspekte, die du berücksichtigen solltest, sind:

Mikrobiom und Kohlenhydratverträglichkeit

Die Zusammensetzung der Darmbakterien (Enterotyp) bestimmt, wie gut jemand Kohlenhydrate verwertet. Ungünstige Bakterienzusammensetzungen können bei Low-Carb-Ernährung den Blutzucker erhöhen.

Pathogene Keime & pH-Wert

Ein zu hoher Darm-pH (> 6,5) schwächt nützliche Bakterien. Übermaß an Firmicuten kann Ballaststoffe in Zucker umwandeln und so den Nüchternblutzucker erhöhen.

Schädliche Stoffwechselprodukte

Firmicuten produzieren u. a. TMAO und Ammoniak. Dies belastet die Leber.
Lipopolysaccharide (LPS) können Entzündungen auslösen und Insulinrezeptoren blockieren.

Nützliche Bakterien fehlen

Fehlen Akkermansia, Laktobazillen und Bifidobakterien ist der Schutz der Darmschleimhaut vermindert und es entsteht ein erhöhtes Risiko für Unverträglichkeiten.

Entzündungs- und Darmbarriere-Marker

Erhöhte Werte von Zonulin und Calprotectin deuten auf eine löchrige Darmschleimhaut „Leaky Gut“ hin.

Weizenkeim-Agglutinin (WGA)

Entzündungsförderndes Lektin in Weizen, kann die Darmschleimhaut ebenfalls schädigen und systemische Entzündungen verstärken.

Weitere Belastungen

  • Histaminabbau eingeschränkt → Entgiftungsproblem.
  • Mangel an Selen, Mangan, Bor und Ungleichgewicht bei Kalzium/Kupfer.
  • Hoher Homocysteinwert → B12-Mangel und erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.
  • Schwermetallbelastung (z. B. durch Thunfisch, Leitungswasser etc.).

Gestörte Mitochondrienfunktion

Ursache der Diabetes-Entwicklung kann eine mitochondriale Störung sein, ausgelöst durch Darmprobleme – auch ohne klassische Verdauungsbeschwerden.

Fazit und Empfehlungen

Typ-2-Diabetes ist oft Folge einer chronisch gestörten Darmflora und Darmschleimhaut, die über Stoffwechsel- und Immunmechanismen Insulinresistenz fördert – selbst bei gesunder, kohlenhydratarmer Ernährung. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich eine ganzheitliche Diagnostik und Therapie des Mikrobioms:

  • Darmflora analysieren und gezielt regulieren.
  • Entgiftung unterstützen
  • Mikronährstoffmängel ausgleichen.
  • Gluten bzw. Weizen meiden bei Unverträglichkeit.
  • Gemüse lieber gegart statt roh essen (rohes Gemüse kann Fäulnisbakterien füttern).
  • Langsam kauen
  • vorgekeimtes Getreide (Lektine werden abgebaut, ist besser verträglich)
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